Preiskampf beendet – Abstand von Dumping-Preisen

01. April 2010, aus der Kategorie Allgemein, KFZ Versicherung

KFZ DumpingpreiseBei Versicherungs-Konzernen nimmt man automatisch an, dass sie Unmengen von Geld verdienen. Jede Prämienerhöhung erweckt den Eindruck, dass man jetzt noch mehr abgezockt wird. Aber anscheinend ist das nicht immer so: Einer der größten Versicherer soll im letzten Jahr in der Auto-Sparte Verlust gemacht haben.

Dies hat sicherlich auch etwas mit dem harten Winter zu tun: Der hat nicht nur die Heizkosten hochgeschraubt, sondern auch für den einen oder anderen Unfall gesorgt. Auf Eis und Schnee kracht es öfter und so mussten Autoversicherer für überdurchschnittlich viele Unfallschäden aufkommen.

Doch das ist nicht alles: Die Prämien sind so niedrig, dass sie auch in einem normalen Winter kaum die Ausgaben der Versicherer decken könnten. Der harte Wettbewerb, belebt durch billige Online-Anbieter, hat eine Preisspirale nach unten ausgelöst. Und auch wenn kaum ein Autobesitzer den Eindruck haben wird, dass man zu wenig Prämien bezahlt hat, sind die Margen in diesem Geschäft extrem geschrumpft.

An sich ist das eine erfreuliche Entwicklung: Die Kunden werden nicht geschröpft; sie bezahlen etwa so viel an Prämien, wie sie die Versicherung auch kosten. Doch anscheinend haben die Prämiensenkungen ein Niveau erreicht, auf dem es sich nicht mehr lohnt, sich um neue Kunden zu bemühen: Bei Prämien, die niedriger sind, als ein durchschnittlicher Kunde an Kosten verursacht, lohnt es sich für eine Versicherung nicht mehr, den Kundenstamm zu vergrößern. Das bedeutet: Der Wettbewerb ist erst einmal vorbei. Jetzt werden die Versicherer schauen müssen, dass sie mit dem bestehenden Kundenstamm wieder einen Gewinn erwirtschaften können. Also sind in den kommenden Jahren steigende Prämien zu erwarten.

Offen bleibt die Frage, ob es wirklich ein übertriebener Wettbewerb war, der die diesjährigen Verluste verursacht hat. Selbstverständlich ist es möglich, dass Anbieter von Autoversicherungen in der Hitze des Kampfes um Neukunden aus den Augen verloren haben, welche Risiken sie abdecken müssen. Doch 2009/10 war nicht der erste harte Winter, seit es Autos gibt. Zum Beruf eines Versicherungsfachmanns und einer Versicherungsfachfrau gehört es, genau solche Risiken in die Berechnung der Prämien mit einzubeziehen. Gerade die großen Versicherer weisen auch genug Erfahrung auf, um sich nicht mehr so grob zu verrechnen. Es sieht eher so aus, als hätten Versicherungen eine normale Schwankung in den Erträgen zum Anlass genommen, aus dem Kampf um die billigsten Prämien auszusteigen. Dieser drückt nämlich auf die Gewinne.

Mit der Aussage, mit den derzeitigen Prämien könne man nicht mehr kostendeckend arbeiten, rechtfertigen sie nicht nur die eigenen Prämiensteigerungen, sondern werfen auch den Verdacht auf, dass die anderen – günstigeren – Anbieter Dumping-Preise haben, mit denen sie die versprochenen Leistungen gar nicht erbringen können.

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